Taizé-Fahrt 2016

05. Juni 2016

Taizé-Ausfahrt_1500.jpgTaizé – das französische Kloster mit mehreren tausend jugendlichen Besuchern im Jahr sowie den über hundert evangelischen und katholischen Mönchen, das war unser Ziel, als wir am 4. Mai 2016 nach der vierten Stunde vom Schulparkplatz aufbrachen. In einem mit 6 Schülern sowie Frau Schuchardt und Frau Fehling fast voll besetzten Kleinbus, erreichten wir nach etwa 8-stündiger Reise das wunderschöne Burgund und die „Communauté von Taizé“, noch nicht ahnend, was genau uns dort erwarten würde.

Was macht man in Taizé, wie sieht dort ein typischer Tag aus?

Unsere Unterkunft bestand aus unseren eigenen Zelten, die Lehrer schliefen in einfachen Blockhütten, den Baracken. Die Nacht war auf den Zeltplätzen (leider) meist schon um 6 zu Ende. Nach dem Duschen (das Wasser war tatsächlich nur in den seltensten Fällen kalt) starteten wir mit den anderen Jugendlichen und Mönchen mit einem Gebet in der einfachen aber großen Kirche in den Tag. Jeden Tag gibt es in Taizé drei ähnlich aufgebaute Gebete, jeweils vor dem Frühstück und Mittagessen sowie nach dem Abendessen. Auf dem Boden sitzend werden eingängige Gesänge verschiedenster Sprachen gesungen, einer der Mönche liest anschließend ein paar Verse aus der Bibel. Die Melodien und Texte der Lieder konnte man bald auswendig und wurden den ganzen Tag über von Jugendlichen gesungen. Teil des Gebets ist ebenso eine Zeit der Stille von 10 Minuten, die am Anfang zwar ungewohnt und verdammt lang, aber auch richtig entspannend war. Mit dem Verlassen der Mönche nach ein paar weiteren Liedern ist das Gebet offiziell beendet, oft bleiben die Jugendlichen aber noch länger in der Kirche und singen. Auch nachts lassen sich in der Kirche immer singende Jugendliche antreffen. Nach dem Frühstück steht der Dienst an, wir hatten den absolut (un)begehrten Job erwischt, die Duschen und Toiletten zu putzen. Motiviert durch einen Putzsong und mit der Aussicht auf Tee und Kekse, war es aber dann zusammen mit den anderen Glücklichen gar keine so schlimme Aufgabe ;) Gegen 15 Uhr steht unter der Woche eine Bibeleinführung auf dem Programm, das von einem Mönch geleitet wird und in eine Kleingruppendiskussion führt. Die Mönche dort sind so witzig, offen und einfach nah an dem dran was uns Jugendliche beschäftigt – jederzeit offen für Gespräch oder kritische Diskussionen zum Glauben.  
Während des restlichen Nachmittags ist man echt frei – ob Teilnahme an einem Vortrag oder Workshop, schlafen, mit anderen singen, Volleyball/Baseball/Fußball spielen, am See entspannen oder die Handwerks- und Kioskläden aufsuchen; das gute Wetter machte für uns vieles möglich :) Abends wird es am Oyak, dem Jugendtreff, ausgelassen: Essen, Trinken (auch Alkohol), stimmungsvolle Lieder singen und Zusammensitzen sorgen für einen guten Abschluss des Tages.  
Einige kurze Worte zum Essen: Ein Sterneessen schmeckt vielleicht anders, trotzdem hat es uns meistens ganz gut geschmeckt und wir wurden satt. Das Interessanteste beim Essen ist aber die Gemeinschaft – man setzt sich hin wo man will (Boden, Bänke, Wiese) und lernt dabei gleich auch neue Leute kennen!

Was macht Taizé so besonders?

Ist es die Gemeinschaft? Oder doch die Möglichkeit sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen? Die Nacht der Lichter in der Kirche am Samstagabend? Das Aufeinandertreffen von so vielen unterschiedlichen Jugendlichen aller Kulturen und Religionen? Die Erholung und Ruhe? Die ausgelassene Stimmung, vor allem abends? So viele begeisterte junge Christen? Der Aufruf zu Versöhnung? Jeder nimmt von Taizé etwas anderes mit, aber eins kann man sagen: Die Faszination von Taizé lässt sich wirklich nicht eindrücklich in Worten beschreiben – es ist eine Erfahrung, auf die man sich einfach mal einlassen sollte. Vielleicht bist du ja nächstes Jahr dabei?

Verfasst von: Julia

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Schlagworte: Taizé
Kategorie: Tagebuch